Wohin mit dem Gartenhaus - Die richtige Standortwahl

Über den optimalen Standort des Gartenhauses sollte man sich unbedingt vor Baubeginn bereits Gedanken machen, denn steht das Häuschen erst einmal im Garten, ist eine Umsetzung ein äußerst umständliches Unterfangen. Doch nach welchen Kriterien finden Hobbygärtner den perfekten Platz für Ihr Gartenhaus? Auch wenn in Bezug auf die Gartengestaltung der persönliche Geschmack eine große Rolle spielt, sollte der Bauherr weitere Kriterien gut abwägen, bevor er sich endgültig für den Standort entscheidet.

Die wichtigsten Faktoren für den richtigen Gartenhaus Standort

Zuerst einmal einige wichtige Faktoren, welche die Wahl des richtigen Standortes für Ihr neues Gartenhaus beeinflussen und Fragen, welche man sich vorab unbedingt stellen sollte.

  • > Rechtslage
  • > Nutzungszweck
  • > Ausrichtung
  • > Bodenbeschaffenheit
  • > Gewässer & Baumbestand
  • > Nachbarschaft

Wir gehen in diesem Ratgeber-Beitrag auf diese grundlegenden Punkte etwas tiefer ein und versuchen Überlegungen anzuregen, welche Sie bis jetzt vielleicht noch überhaupt nicht berücksichtigt haben. Eventuell können wir so auch behilflich sein, dass Sie die Platzierung Ihres Traumhauses aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.

Die Rechtslage – Erforderliche Baugenehmigung und zulässige Grenzbebauung

Die Genehmigungsvorschriften der einzelnen Bundesländer, geregelt in der jeweiligen Landesbauordnung (LBO), sind hier völlig unterschiedlich, richten sich jedoch zum einen danach, ob sich das Objekt auf dem eigenen Privatgrundstück (also innerhalb eines Baugebietes) oder in einem Außenbereich (Kleingartenanlage) befindet. Grundsätzlich spielt dabei die Grundfläche oder der umbaute Raum eine Rolle, ob das Häuschen genehmigungspflichtig ist oder nicht. Ebenfalls wichtig ist die Frage, ob eine Grenzbebauung stattfinden soll.

In unserem Ratgeber widmen wir einen eigenen, sehr umfangreichen Artikel der Thematik „Baugenehmigung für ein Gartenhaus“ und gehen daher an dieser Stelle nicht mehr weiter auf die Rechtslage ein.

Der Nutzungszweck – Was ist die Funktion des Gartenhauses für Sie

Ein entscheidender Punkt in Bezug auf die Wahl des Standortes ist der Zweck, für den Sie das Gartenhaus eigentlich nutzen möchten. Soll etwa eine neue Wellness-Oase in Form eines Saunahauses oder eines Saunafasses in den Garten gebaut werden, so ist es ratsam, diese in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus aufzubauen, damit Sie sich bei der Rückkehr ins Haus vor neugierigen Blicken schützen und an ungemütlichen Tagen dem Wetter nicht zu lange ausgesetzt sind. Vielleicht handelt es sich bei dem neuen Häuschen aber auch um ein Geräteschuppen, welcher ausschließlich zur Lagerung von Gartengeräten und Werkzeugen genutzt wird. Ein solches Gerätehaus kann auch abseits gelegen in einer Ecke des Gartens aufgestellt werden, wo es nicht weiter stört und keine wichtige Nutzfläche belegt. Wird das Häuschen zum gemütlichen Beisammensein und für Grillabende gebaut, so spielen Ausblick und Himmelsrichtung eine entscheidende Rolle. Denn was gibt es Schöneres, als vollkommen abschalten zu können und die Zeit im Gartenhaus als einen kleinen Urlaub vom Alltag nutzen zu können?

Die Ausrichtung – Welche Himmelsrichtung sollten Sie wählen

Auch wenn die Himmelsrichtungen zunächst nicht relevant erscheinen, ist es auf lange Sicht äußerst lohnenswert, das Gartenhaus richtig auszurichten. Am besten eignet sich der Bau des Häuschens in der nordöstlichen Ecke des Gartens, denn auf diese Weise erfolgt die Sonneneinstrahlung aus südwestlicher Richtung. So kann den ganzen Tag über die Sonne genossen und abends ganz romantisch der Sonnenuntergang beobachtet werden. Diese Ausrichtung ist hauptsächlich für Gartenhäuser empfehlenswert, die als Ort der Zusammenkunft dienen sollen und eventuell eine Veranda besitzen – denn der richtige Lichteinfall und ein schöner Ausblick steigern den Wohlfühlfaktor enorm und machen das Gartenhaus damit zu einem Ort, an dem man sich gern aufhält.

Die Bodenbeschaffenheit – Sicherer Stand auf trockenem Untergrund

Eines der wichtigsten Kriterien für den Bau eines Gartenhauses ist eine optimale Bodenbeschaffenheit, denn nur wenn das Häuschen fest und sicher aufgebaut wird, kann es für lange Zeit problemlos im Garten stehen. Bedenken Sie auch, dass Ihr Häuschen in der Regel ein festes Fundament benötigen wird. Für Bauherren ist es in diesem Zusammenhang besonders wichtig, auf einen trockenen und gleichzeitig durchlässigen Boden zu achten. Ist der Feuchtigkeitsanteil in der Erde zu hoch, kann es zu einem Absacken oder Faulen des Hauses kommen. Außerdem ist es ratsam, eine ebene Fläche zu wählen oder beim Bau am Hang besondere Vorkehrungen zu treffen und das Gartenhaus etwas erhöht bauen.

Gewässer & Baumbestand – Nähe zu einem Teich oder Bäumen

Hand in Hand mit der Bodenbeschaffenheit geht die Nähe zu Gewässern, wie etwa kleinen Gartenteichen oder Seen in unmittelbarer Umgebung. Wer sich für den Bau eines Gartenhäuschens entscheidet, sollte bei der Wahl des Standortes auf einen ausreichenden Abstand zu solchen Arealen achten, da es sonst zu erheblichen statischen Problemen kommen kann. So kann es passieren, dass der Boden rund um das Gewässer in Kombination mit starkem Regen sehr aufweicht und das Gartenhaus daraufhin seine Stabilität verliert.

Haben Sie Bäume im Garten, vielleicht sogar sehr alte Bäume und soll das neue Häuschen zwischen eben diesen Bäumen gebaut werden, so sollten Sie auf jeden Fall die entstehende Höhe des Gartenhauses prüfen und ob dieses an der geplanten Stelle passt oder evtl. Äste zurückgeschnitten oder entfernt werden müssen. Komplizierter wird es schon, wenn es sich um Bäume des Nachbarn handelt, die lediglich über die Grenze hinaus wachsen, hier ist die Frage, ob diese überhaupt entfernt werden dürfen. Vielleicht planen Sie aber auch eine „zweite Etage“ wie beispielsweise ein Schlafboden für Ihr Gartenhaus? Vergessen Sie nicht, das Bäume wachsen und das nicht nur in die Höhe, sondern auch in der Fläche und dann könnte Ihnen Ihr Baumbestand oder der Ihrer Nachbarschaft schnell in die Quere kommen – planen Sie hier also besonders sorgfältig.

Die Nachbarschaft – Absprache mit den Nachbarn vor der Platzierung

Der Garten ist ein Rückzugsort, ein Hort zum Entspannen und Wohlfühlen. Das ist er aber nicht nur für Sie, sondern auch für Ihre Nachbarn und auch wenn es vielleicht, weil es lediglich um ein kleines Gebäude handelt, es rechtlich nicht notwendig ist, empfehlen wir Ihnen unbedingt vor dem Aufstellen des Gartenhauses Ihre Nachbarschaft darüber zu informieren. Viel wichtiger noch wird dies, wenn Ihr Traumhaus groß genug ist, dass eine Baugenehmigung notwendig werden würde bzw. der Mindestgrenzabstand von 3 Metern eingehalten werden müsste.

Unter keinen Umständen sollten Sie Ihr Gartenhaus widerrechtlich aufstellen, denn auch wenn das zuständige Bauamt selbst erst einmal nichts davon mitbekommt, so kann Ihnen ein verärgerter Nachbar sehr schnell einen Strich durch die Rechnung machen und sogar Anzeige beim zuständigen Bauamt gegen Sie erstatten. Die Konsequenzen könnten fatal für Sie enden bis hin zum Abriss.

Bedenken Sie, der Bau eines Gartenhauses verändert nicht nur Ihren eigenen Garten, sondern auch die Wahrnehmung des eigenen Gartens Ihres Nachbarn. Es wird gegrillt und viel Zeit im neuen Haus verbracht und das vielleicht auch in geselliger Runde. Das betrifft die Privatsphäre Ihrer Nachbarn direkt und wir können einfach nur nochmal wiederholen: Sprechen und Informieren Sie Ihre Nachbarschaft, damit es nicht zu bösem Blut bei einer doch so erfreulichen Veränderung kommen könnte.

Abwägen und entscheiden

Die meisten Gartenhäuser sind heutzutage äußerst witterungsbeständig und stabil, jedoch sollte bei der Wahl des Standortes auch immer das Material mit in Bedacht gezogen werden. So ist es insbesondere bei Holzhäusern wichtig, dass sie ausreichend Luft zum Atmen haben. Aus diesem Grund sollte das Haus möglichst nicht in eine zu stark bepflanzte Ecke gestellt werden, um Fäulnis und ein Zersetzen des Materials zu vermeiden. Besonders Pflanzen wie Efeu können nämlich das Haus stark angreifen und damit die Haltbarkeit des Häuschens enorm verkürzen.

Am Ende ist die Wahl des richtigen Standorts also vor allem abhängig von den gegebenen Verhältnissen und den eigenen Vorlieben – Größe, Bodenbeschaffung und Bepflanzung des Gartens, vorhandene Gewässer oder etwa die Entfernung zum Nachbarn haben eine ebenso große Bedeutung wie der persönliche Geschmack. Wer sich ein Häuschen in den Garten bauen möchte, sollte nur eben bereits im Voraus entscheiden, wo der bestmögliche Bauplatz ist.